Aktiv- und Kadetten-Schweizermeisterschaft in Bern: Zwei neue Schweizermeister und viel Verletzungspech!
11. Juli 2021

Es war eine SM mit gemischten Gefühlen. Mit Tobias Portmann (Aktive) und Julian Meyer (Kadetten) konnten die RCW Lions mit zwei Goldmedaillen nach Hause reisen. Dazu kommen vier weitere Medaillen. Überschattet wurden die guten Leistungen durch die Verletzungen von Samuel Scherrer und Ueli Rölli.

Die Hinterländer Medaillengewinner: Sven Bammert (RRH), Tobias Portmann, Nick Scherrer, Janis Bernet (RRH), Julian Meyer, Florian Schärli, Florian Bissig und Mansur Mavlaev (v.l.n.r. Foto FI).

Der jüngste Ringerclub der Schweiz, die Wrestling Academy Bern, durfte erstmals in ihrer noch jungen Vereinsgeschichte eine Schweizermeisterschaft organisieren. Man muss dem «WAB» ein Kränzchen winden. Der hervorragend organisierte Anlass in der schmucken Berner Wankdorf-Halle war beste Werbung für den Ringsport. Die Vorfreude, endlich wieder Wettkämpfe zu bestreiten, war bei vielen riesig. Insgesamt 159 Teilnehmer kämpften in den Kategorien Frauen, Kadetten und Aktive um Schweizermeistertitel. Die RCW Lions zeigten unter dem Strich eine gute Teamleistung, die Resultate waren vielleicht etwas unter dem eigentlichen Wert. Glanzleistungen zeigten vor allem Tobias Portmann und Mansur Mavlaev bei den Aktiven, Sowie Julian Meyer bei den Kadetten.

Gold für Meyer, Scherrer siegt im Willisauer Duell

Einen hervorragenden Wettkampf zeigte der Grosswanger Julian Meyer bei den Kadetten bis 38 kg. Der Sportschüler gewann all seine vier Duelle, zeigte dabei sein grosses Kämpferherz und belegte schliesslich verdient den ersten Schlussrang. «Julian ist ein grosses Versprechen für die Zukunft, das hat er heute wieder einmal gezeigt!», kommentiere ein begeisterter Sportchef Fredy Infanger. Bis 53 kg stieg Florian Schärli als Mitfavorit ins Geschehen ein. Er musste sich nur dem starken Ostschweizer Sandro Hungerbühler geschlagen geben und gewann darauf im kleinen Finale das Nachbarsduell gegen den Hergiswiler Marvin Schmidiger. Somit durfte sich Schärli die Bronzemedaille umhängen lassen. In der Kategorie bis 74 kg sorgten gleich zwei Willisauer für Spannung: Florian Bissig und Nick Scherrer wollten beide mindestens in den Final. Im Semi-Finale kamen es bereits zum Lions-Duell zwischen den beiden. Nick Scherrer zeigte dabei eine taktisch hervorragende Leistung und besiegte seinen um zwei Jahre älteren Teamkollegen knapp. Im Finale war der Sohn von Lions-Legende Rolf Scherrer allerdings gegen den ebenfalls physisch starken Urner Peter Zberg chancenlos. Florian Bissig sicherte sich danach souverän die Bronzemedaille. Somit gab es gleich zwei Medaillen in diesem gut besetzten Gewicht. Viel Pech hatte der Eschenbacher Ueli Rölli in der Kategorie bis 60 kg. Nachdem der 15-jährige auf guten Weg Richtung Medaille war, kam der grosse Schock: Rölli brach sich während eines Kampfes die Hand. Er musste umgehend in das Spital eingeliefert werden und wurde darauf gleich operiert. An dieser Stelle gute und schnelle Besserung an Ueli!

Portmann mit Herzschlag Finale – Mavlaev siegt deutlich gegen Mazan

Bei den Aktiven waren im Voraus einige spannende Duelle zu erwarten. Die beiden Aushängeschilder Tobias Portmann und Mansur Mavlaev lieferten dabei das ab, was man von ihnen erwartet hat. Ungefährdet kämpfte sich Portmann bis 70 kg in den Final. Sein Gegner dort war wieder einmal Randy Vock. In der vergangenen Saison gewann er den Ex-Internationalen immer zu Null. Auch in diesem Finale zeichnete sich ein klarer Sieg ab. Jedoch wurde «Tobi» von Vock in der Schlussminute durch eine Viererwertung überrascht und lag somit plötzlich zurück. Mit einem letzten Kraftakt konnte Portmann den Titel doch noch auf die Seiten der Willisauer lenken. Es ist somit bereits sein zweiter Aktiv-Schweizermeistertitel. Bis 75 kg ging Mansur Mavlaev mit hohen Ambitionen in den Wettkampf. Im ersten Duell traf er bereits auf den Einsiedler Routinier und Ex-Bundesligaringer Adrian Mazan. In einem hart umkämpften Duell siegte der Willisauer ungefährdet mit 7:0. Darauf kämpfte sich der 19-jährige mit russischen Wurzeln souverän in den Halbfinal. Dort kam es zum «Hammer-Duell» mit Marc Dietsche. Der Kampf zwischen den beiden Favoriten war wie erwartet taktisch geprägt. So gab es nur Punkte durch Aktivitätszeiten. Das Kampfgericht bewertete den Auftritt des Ostschweizers als etwas aktiver und somit verlor Mavlaev dieses Duell hauchdünn mit 1:2. Darauf gewann er aber souverän die Bronzemedaille. Im kleinen Finale besiegte er nochmals Mazan, dieses Mal sogar mit technischer Überlegenheit. Es war ein sackstarker Auftritt von «Hänsu», wie er von seinen Teamkollegen genannt wird. Ebenfalls gute Kämpfe zeigten Roger Heiniger und Timon Zeder. Heiniger musste sich im Halbfinale Randy Vock geschlagen geben und wurde danach Fünfter. Zeder verlor im Halbfinale äusserst knapp gegen Nils Leutert und danach im kleinen Finale ebenfalls hauchdünn gegen Oleksandr Golin. Somit mussten sich die beiden mit Diplomrängen begnügend. Äusserst weh tat der Auftritt von Samuel Scherrer. Bis 97 kg war er klar als Favorit gestartet. Nach problemlosem Auftaktsieg kam es bereits im Halbfinale zum Duell mit dem Freiämter Magommed Ayshkhanov. Alle in der Wankdorf-Halle freuten sich auf den ringerischen «Leckerbissen». Das Duell dauerte allerdings nicht sehr lange: Gleich in der ersten Aktion versuchte Scherrer, einen Angriff des Russland-Schweizers zu kontern, verletzte sich dabei aber am Knie. D er Willisauer konnte zwar danach bereits wieder gehen, wollte aber kein Risiko eingehen. «Ich spürte, wie es gekrost hat. Danach wollte ich kein Risiko mehr eingehen», so der 24-jährige Modellathlet. «Bereits am Montag werde ich bei Verbandsarzt Didi Schmidle alles genau abklären». Es ist «Sämi» sehr zu wünschen, dass die Verletzung nicht gravierend ist. Doppelt bitter: Parallel zu seiner Verletzung verletzte sich per Zufall gleichzeitig auch Ueli Rölli. Ausserdem möchte Scherrer Stefan Reichmuth als Trainingspartner nach Tokio begleiten. Dies ist jetzt natürlich noch offen. Reichmuth seinerseits verzichtete auf einen Start, er will sich voll auf die Olympischen Spiele konzentrieren und geht nächste Woche mit seinen Trainingspartner nach Andermatt.

Greco-SM nächste Woche in Willisau

Bereits nächste Woche geht es weiter mit der nächsten Schweizermeisterschaft. Aufgrund der kurzfristigen Absage des eigentlichen Ausrichters TV Ufhusen erklärten sich die RCW Lions kurzfristig bereit, die SM in der BBZ-Halle auszutragen. Mit Michael Portmann, Delian Alishahi, Rasul Israpilov oder Roger Heiniger haben die RCW Lions auch dort zahlreiche heisse Eisen im Feuer.


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