RCW Lions – RR Einsiedeln 18:16 (7:10) – best-of-three 2:0
Die RCW Lions haben es erneut geschafft: Nach einem packenden Finalkampf vor gut 2’300 Zuschauern kann sich das Team von Rolf Scherrer nach einem knappe 18:16-Sieg den 19. Meistertitel der Vereinsgeschichte sichern. Damit ist die Mission «Titelverteidigung» aus dem Vorjahr erfolgreich gelungen. Die Einsiedler forderten den Grafenstädter aber noch einmal alles ab, Michael Portmann sorgte im vorletzten Kampf für die Entscheidung.

Es war wie gewohnt eine gigantische Stimmung an diesem Abend in der BBZ-Halle in Willisau. Über 2300 Zuschauer wollten sich das Spektakel nicht entgehen lassen, die Sporthalle war bis zum letzten Platz ausgeschöpft. Nach dem öffentlichen Wiegen und der Bekanntgaben der beiden Mannschaftsaufstellung deutet bereits vieles auf einen engen Ausgang an diesem Abend hin. Die Willisauer wurden von ihrem Trainerteam darauf eingestellt, nochmals voll an die Leistungsgrenze zu gehen, um vor heimischem Publikum den Titel ins Trockene zu bringen.
Knapper Pausenrückstand – Willisau auf Kurs
Im ersten Kampf bis 57 kg, Greco, schenkten die Willisauer Coaches dem erst 18-jährigen Sven Krummenacher das Vertrauen. Er traf auf den starken Stone Perlungher, gegen welchen er diese Saison bereits einmal knapp verloren hatte. Es war ein Kampf auf Augenhöhe und mit einer Passivität gelang dem Willisauer gar der erhoffte, aber nicht budgetierte Punktgewinn. Bis 130 kg, Freistil, traf Samuel Scherrer (28) auf Einsiedelns Routinier und Vereinspräsidenten Sven Neyer (36). Nach einer Abtastphase gelangen Scherrer schöne Beinangriffe auf das Fussgelenk und konnte so seine Führung weiter ausbauen. «Sämi» peilte gar den Sieg nach technischer Überlegenheit an, schaffte dies jedoch knapp nicht. So endete der Kamp mit 14:0, was 3:0 Mannschaftspunkte bedeutete. Bis 61 kg, Freistil, lieferten sich Timon Zeder und River Perlungher ein knappes Duell auf Augenhöhe. Zeder ging in Führung, Perlungher konterte wuchtig und ging in Führung. Kurz vor Schluss erhöhte der Willisauer den Druck, der Schweiz-Amerikaner konnte aber nochmals punkten. So endete dieses Duell mit 1:3 aus Sicht der Willisauer. Bis 97 kg, Greco, sollte es eigentlich zu einem Spitzenduell zwischen Delian Alishahi und Damian von Euw kommen. Bei der ersten Bodenlage wurde Alishahi wegen angeblicher Beinarbeit von den Kampfrichtern dermassen abgestraft, dass dieses erhoffte Top-Duell früh und vorzeitig mit der Disqualifikation Alishahis endete. Es war der einzige Moment an diesem Abend, wo man sagen musste: «Schade für den Schweizer Ringsport». Im letzten Duell vor der Pause bis 65 kg, Greco, war also von Jonas Müller gegen Jan Neyer ein Sieg beinahe schon Pflicht. Müller agierte klug und punktete mit einem Durchdreher am Boden. Diese Führung brachte der Tugger in den Diensten der Lions souverän über die Zeit. So waren die Lions zurück im Geschäft und gingen mit einem 7:10-Rückstand in die Pause.
Portmann sorgt mit Blitzsieg für die Entscheidung
Nach diversen Ehrungen und einer attraktiven Pausenshow der Tanzgruppe Sparkles aus Rothenburg wurde die zweite Halbzeit von Mansur Mavlaev lanciert. Wie schon in der Vorwoche traf er auf den starken Routinier Andreas Burkard. Auch in diesem Duell punktet der Willisauer mehrmals herrlich, der Einsiedler war aber hervorragend auf Willisaus Aushängeschild eingestellt und der Kampf endete somit mit 3:0 für den 23-jährigen Em-Bronzemedaillengewinner. Bis 70 kg, Freistil, kam es wie erwartet zum spannenden Kampf zwischen Tobias Portmann und Kay Neyer. Der Willisauer, dessen Verletzung nun wieder gut ausgeheilt ist, ging mit einem herrlichen Beinangriff in Führung. Bei einem weiteren Angriffsversuch wurde Portmann allerdings gekontert und der Einsiedler lag plötzlich in Führung. Kurz vor Schluss riskierte Portmann alles, sorgte beinahe für die Entscheidung, wurde aber erneut gekontert und verlor so hauchdünn mit 5:7. Es blieb also sehr spannen. Einsiedeln führte noch immer mit 12:11. Im Duell bis 80 kg, Greco, warf Joel Marti einmal mehr alles für seine Farben in die Waagschale. Zwar lag er nach einer tollen Aktion seines Gegners Jan Faller erst in Rückstand, drehet diesen aber mit Aktionen aus der Armklammer noch vor der Pause. Mit einem Durchdreher zog Marti dann davon und brachte einen hervorragend erkämpfen 3:1-Sieg nach Hause. Die Willisauer lagen also nun endlich wieder in Führung. So war im vorletzten Duell klar: Bei einem 4:0-Sieg von Michael Portmann wäre der Meistertitel in trockenen Tüchern. Was Portmann in der Folge bis 75 kg, Greco, gegen seinen Gegner Jan Walker ablieferte, war beeindruckend und sorgte für Gänsehautstimmung. Innert 22 Sekunden sorgte Portmann für die technische Überlegenheit, dies nach einem Hüftangriff und drei herrlichen Aushebern. Damit stand Willisauer bereits nach dem vorletzten Duell als Schweizermeister fest. So wurde das Duell zwischen Florian Bissig und Pavel Untila zur Randnotiz. Das Duell endete deutlich klarer als in der Vorwoche mit 0:3 für de Moldawier in den Diensten der Klosterdörfler. Nun brachen aber im Willisauer Lager endlich die Dämme und die «Meisterhelden» liessen sich vom Publikum ausgelassen feiern. Die Fans sorgten mit einem einmal mehr beeindruckenden Transparent und einer Choreo für meisterliche Stimmung. Michael Portmann wurde zum Top-Fighter des Abends ausgezeichnet und war zum besten Punktesammler der ganzen Liga ausgezeichnet. Einer langen Meisterfeier stand nun definitiv nichts mehr im Weg.
«Sind stolz auf uns»
Somit endete eine intensive Saison mit einem Willisauer Happy-End. Bereits im Halbfinal konnten sich die Grafenstädter nur in Extremis und auch mit dem nötige Quäntchen Glück durchsetzen. Einsiedeln war der erwartet unbequeme Gegner. Dass Freiamt sich im Bronzeduell nur mit einem Zähler in der allerletzten Sekunde durchsetzte zeigt, wie nahe sich die vier Spitzenmannschaften diese Saison waren. «Wir konstant routinierte und abgeklärte Leistungen gezeigt und uns von nichts aus der Ruhe bringen lassen. Nun konnten wir den verdienten Lohn dafür einfahren, resümierte Rolf Scherrer nach dem intensiven zweiten Finalkampf. Auch Assistenz-Trainer Stefan Reichmuth bliess in das gleiche Horn: «Wir sind enorm stolz, dies erneut erreicht zu haben. Wir haben den Halbfinal und auch den Final im Kopf entschieden» so der 31-jährige Olympionike. Er war es, der die Willisauer Athleten stets mit mentalen Inputs in der entscheidenden Phase der Saison ideal auf die Kämpfe vorbereitet hat. Der Meistertitel wurde zusammen mit dem gigantischen Fan-lager ausgiebig gefeiert. Die Willisauer bedanken sich bei allen HelferInnen, ihren treuen Sponsoren und beim Sportzentrum Schlossfeld für einen erneut mehr als gelungenen Final-Event.
Kampf nachschauen: Finals Platz 1/2 – RC Willisau Lions vs. RR Einsiedeln, Swiss Wrestling Premium League | Swiss Wrestling TV
RCW Lions – RR Einsiedeln 18:16 (7:10) – best-of-three 2:0
SR Fässler, 2300 Zuschauer
| Gewicht | Stilart | RS Kriessern | RS Freiamt | EP | SA | MP |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 57 KG | G | Meier Levin | Birchler Kevin | 9:4 | SS | 4:0 |
| 61 KG | F | Laritz Dominik | Leutert Nils | 9:10 | PS | 1:2 |
| 65 KG | G | Sandov Dimitar | Bucher Michael | 9:0 | PS | 3:0 |
| 70 KG | F | Steger Michel | Leutert Nino | 1:16 | TU | 1:4 |
| 75 KG | G | Hutter Dorien | Brunner Saya | 0:10 | PS | 0:3 |
| 75 KG | F | Hungerbühler Sandro | Bucur George | 0:15 | TU | 0:4 |
| 80 KG | G | Utochkin Artemii | Weber Marc | 2:8 | PS | 1:3 |
| 86 KG | F | Betschart Ramon | Käppeli Kimi | 9:0 | PS | 3:0 |
| 97 KG | G | Dietsche Fabio | Shyshko Vladyslav | 6:0 | PS | 3:0 |
| 130 KG | F | Vollenweider Jeremy | Zurfluh Roman | 15:0 | TU | 4:0 |