Swiss Premium League – Halbfinalrückkampf: RCW Lions – RS Freiamt, Sa 19:00 – BBZ

Der allesentscheidende Rückkampf zwischen den Dauerrivalen Willisau und Freiamt verspricht wie schon im Hinkampf viel Spannung. Durch den Stilartenwechsel gibt es einige Umstellungen in den beiden Teams, der Meister will den Sack vor eigenem Anhang auf jeden Fall zu machen.

Die Lions werden auch im Rückkampf auf einen hohen Sieg ihres Greco-Ass Michael Portmann, in blau, hoffen (Foto JB).

Es ist eine gefährliche Führung: Auf den zwei Punkten, welche sich die Grafenstädter auswärts in Muri hart erarbeitet haben, will und kann sich das Team von Rolf Scherrer definitiv nicht ausruhen können. Die Willisauer sind sich bewusst, dass es am Samstag eine Art «kleiner Final» geben wird. Es ist ein entscheidender und sehr wichtiger Kampf für beide Seiten. Die RCW Lions erwarten dabei sehr viele Zuschauer. Trotz dem Fakt, dass es erst der Halbfinal ist, herrscht so etwas wie «Final-Feeling» in Willisau.

Freiamt könnte Bucher bringen

Die Freiämter legten im Hinkampf eine tolle und respektverdiente Leistung an den Tag. Zu den wichtigen Verletzten Randy Vock und Christian Zemp kam zusätzlich die sehr kurzfristige Sperre von Magommed Ayshkhanov hinzu. Trotzdem zeigten sich die Aargauer von all diesen Tatsachen unbeeindruckt und machten den Lions in fast allen Duellen das Leben äusserst schwer. Doch im Rückkampf wird es noch eine Stufe schwerer für den siebenfachen Schweizermeister. Neben dem Heimvorteil, de die Willisauer geniessen können, spielt dieses Jahr wohl auch der Stilartenwechsel den Willisauern mehr in die Karten als in vergangenen Jahren. Dies vor allem auch Dank Delian Alishahi, der seit diesem Jahr wieder in der Gewichtsklasse bis 97 kg antritt. Die Freiämter werden also etwas versuchen und riskieren müssen. Sehr gut möglich also, dass Pascal Strebel auf seine «Geheimwaffe» Michael Bucher zurückgreift. Der 28-jährige ist von 65 kg – 75 kg polyvalent in beiden Stilarten einsetzbar und war auch schon beim legendären Halbfinalsieg über die Willisauer im Jahr 2014 dabei. Ansonsten dürfte die Freiämter Mannschaft ähnlich daher kommen wie in den Vorwochen. In den mittleren Freistilgewichten könnten sie allenfalls noch Nino Leutert und George Bucur tauschen. In den oberen Gewichtsklassen werden wohl wieder die Willisauer den Ton angeben. Erneut darf man auf die Aufstellung der Aargauer sehr gespannt sein.

«Jeder hat einen klaren Plan»

Für die Willisauer war der Hinkampf eine hervorragende Standortbestimmung. «Auch wir zeigten einen guten Kampf, auch wenn nicht alles optimal lief», meint Team-Leader Samuel Scherrer. Die Willisauer waren auf den Punkt bereit, besonders physisch hinterliesse die Scherrer-Truppe einen hervorragenden Eindruck. Nun geht es darum, die Ernte der harten Trainingsarbeit am kommenden Samstag vom treuen Heimpublikum einzufahren. «Ich habe vollstes Vertrauen in meine Jungs. Jeder weiss, dass es um viel geht und jeder hat einen klaren Plan mit auf dem Weg erhalten», sagt Rolf Scherrer. Am Dienstag ging man im Training noch einmal voll an die Grenzen und liess die Einheit wiederum mit gezielten Mentalübungen ausklingen. Auch das Willisauer Team dürfte aufgrund des Stilartenwechsels leicht verändert werden. «Unter dem Strich sind wir wieder leicht Favorit und wir werden das nach Hause bringen, da bin ich vollends überzeugt», meint Stefan Reichmuth. Er unterstützt die Mannschaft in dieser entscheidenden Phase auf und neben der Mitte mit grossem Herzblut. Die beiden offenen Verletzungs-Fragezeichen um Tobias Portmann und Timon Zeder werden sich wohl erst am Samstag klären. Dafür kehrt Jonas Müller definitiv ins Team zurück. Der 23-jährige wird bis 65 kg, Greco, um wichtige Mannschaftspunkte kämpfen. Zudem ist es enorm wichtig, dass die Leistungsträger Samuel Scherrer, Mansur Mavlaev und Michael Portmann möglichst zu null gewinnen. Dann ist den Willisauern die Finalqualifikation kaum mehr zu nehmen. Alle im Lager der RCW Lions freuen sich auf einen spannenden, intensiven und spektakulären zweiten Halbfinal. Im Idealfall können die Willisauer im erstmals für den Halbfinal errichteten Barzelt auf die Finalqualifikation anstossen. Bis dahin gilt es, in den zehn Kämpfen voll an die Schmerzgrenze zu gehen und alles für die eigenen Farben zu geben.