Lagerbericht RC Willisau Lions 21. bis 26.7.2025 in Engelberg
von Joe Bossert, Engelberg
Der verflixte Umkehr-Tag - und «ISBÄR»-Abschied
Wiederum viel Betrieb herrschte im Sportlager der RCW-Lions in Engelberg. Die «Villa» St. Raphael war eine Woche lang Lager- und Tummelplatz von knapp 60 kleinen und grossen (hungrigen!) Jung-Ringerinnen und -Ringern. Im Mittelpunkt stand zuletzt aber ein «Eisbär», der mit einer verrückten Idee – nämlich einem Umkehr-Tag – nochmals einiges auf den Kopf gestellt hatte.
Die knapp 60-köpfige Lagertruppe im Lions-Camp in Engelberg war auch dieses Jahr wieder verstärkt mit einigen Teilnehmenden aus Ufhusen, Hergiswil und Therwil. Erfreulich, dass sich unter den Löwen auch acht Löwinnen befanden, die wacker mitkämpften. Das Wetter war nicht mehr so blendend wie im Vorjahr, jedoch immer noch ganz respektabel. Da sich das Hallen-/Freibad am Sonnenberg im Umbau befindet, wäre ein Badi-Besuch aber eh nicht möglich gewesen. Dieses ausfallende Highlight wurde mit anderen Aktivitäten kompensiert.
Spezielle Aktivitäten und Highlights
Die Trainings – mindestens zwei Mal täglich pro Trainingsgruppe – wo auf den beiden Matten Grundlagen erarbeitet oder komplexere Techniken verfeinert wurden. Es wurde gespielt, geturnt und gekämpft – manchmal fast bis zum Umfallen – also jederzeit mit viel Einsatz und immer sehr fair. Schmerzende Muskeln wurden von (fast) allen ignoriert und tapfer weggesteckt.
Die Wanderung in die Aa-Schlucht, wo die vielen Hängebrücken fantastische Blicke auf die tosende Engelberger-Aa und die wilde Natur freigaben. Das feine Zmittag vom Grill war dann noch das Pünktlein auf dem i.
Die Lagerolympiade, wo in den zehn anspruchsvollen Disziplinen Koordination, Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und etwas Glück gefragt waren und wo die Bestplazierten am Freitagabend geehrt wurden. Till Meier schaffte es den Sieg aus dem Vorjahr zu wiederholen. Das ist in der langen Zeit der RCW-Sommerlager noch nicht so oft vorgekommen.
Rangliste: 1. Till Meier, 2. Fabio Birrer, 3. Evan Häfliger, 4. Fionn Uhlmann, 5. Ronja Kurmann, 6. Carlo Meyer, Noée Haas, Cedric Schöpfer, Luis Hausherr, Nico Meier
Ein «Dauer-Highlight» in den RCW-Lagern ist die grossartige Verköstigung. Diese wurde von der «besten Küchen-Crew der Welt» immer rechtzeitig sportler- und kindergerecht aufgetischt. Verantwortlich dafür waren Bine Bossert, Claudia Kneubühler, Gisi Kurmann, Claudia Meyer und Billy Haas. Geschätzt wurden von Gross und Klein auch die feinen Leckereien und glustigen Desserts.
Wertvolle Erholungszeiten
Eingebaut in die Lagertage waren auch bewusste Erholungszeiten, wo die Kinder frei spielen, schlafen, chillen, lesen konnten und das auch sehr gerne nutzten. Ebenfalls ganz neu war die Tanzlektion mit Isbär und seinen beiden Mädels Denise und Vanessa. Hier zeigte sich, dass dieses «Koordinations- und Konzentrations-Training» ganz sicher noch manchem grossen und kleinen Ringer gut tun würde.
Der (erstmalige) Umkehr-Tag
Das absolute Highlight aber war der erstmalige «Umkehr-Tag», wo alles andersrum gemacht wurde als sonst. So gab es bereits zum Zmorge eine Spaghetti Bolognese und die Butterbrote wurden dann abends aufgetischt. Zubereitet wurde dieses Zmorge zudem von den Trainern und das nachmittägliche Matten-Training wurde von einer Gruppe Kinder geplant. Die meisten im Lagerhaus trugen die Kleider verkehrt rum und liefen auch rückwärtsgehend zur Trainingshalle, JA war NEIN und viel war wenig …
All das und viele weitere alltägliche Routinen, die nun eben andersrum ausgeführt werden mussten, forderten die ganze Lagerschar aufs Äusserste und sorgten für viele lustige Momente, von denen die Kinder vermutlich noch länger erzählen werden.
«Isbär» ADE …
Morgen Samstag geht das RCW-Sommerlager zu Ende. Und wieder wird man von einem erfolgreichen Lager zu berichten wissen, das die künftige Lions-Generation etwas wenig mitprägen wird. Zuvor aber war von der ganzen Lagerschar und von Lions-Präsi Sven Hirschi mit Andi «Isbär» Schmid ein Mann verabschiedet worden, der die RCW-Camps der letzten 20 Jahre als «Lagervater» geprägt hatte (siehe auch «kurz & bündig» oder «lange & ausdauernd»)
Von und über «ISBÄR»: KURZ & BÜNDIG oder LANGE & AUSDAUERND
Andi «Isbär» Schmid, 45, nach 20 Jahren abtretender Lagervater
«Isbär» hatte im zarten Alter von 8/9 Jahren mit dem Ringen begonnen und bereits 1990 erstmals an einem Trainingslager der Lions teilgenommen. Das sollte sich bis ins Jahr 2000 jährlich so wiederholen. 1998 absolvierte «Isbär» als 18-jähriger die ersten J+S-Ausbildungen und war anschliessend bis 2005 als Jung-Trainer und Aktiv-Ringer in den RCW-Lagern mit dabei. 2006 kam dann der grosse Karrieresprung. Er übernahm von Ludi Heller den Job des Lagervaters, welchen er nun in den letzten 20 Jahren akribisch und mit viel Hingabe und Leidenschaft ausführte.
Die Lagerstandorte in dieser Zeit waren Langenthal und Engelberg. Gesamthaft hat Sozialpädagoge «Isbär» in seiner Karriere nun also rund 30 RCW-Sommer-Trainingslager besucht. Nur ganz wenige hatte er sausen lassen müssen wegen Unfall, Lehrbeginn usw.
Lager-Episoden, die ihm noch in bester Erinnerung sind:
- Die mehreren Feueralarme, ausgelöst von den Küchen Crews beim braten von Würsten und Rösti-Speck.
- Der abgehauene Teilnehmer (10), der bereits am zweiten Tag ohne Abmeldung mit dem Zug selber zurück nach Willisau gereist war.
- Das undichte Lagerhaus, wo in einer sehr regnerischen Lagerwoche in fast allen Zimmern Wasser von den Decken tropfte.
- Die Heimweh-Kinder, die es Jahr für Jahr immer wieder probierten und es dann manchmal plötzlich schafften, eine ganze Woche zu bleiben …
- Keine Episode, aber eine Tatsache ist, dass «Isbär» in seiner Lagervater-Karriere 5 RCW-Vereinspräsidenten «überlebt» hat: Willy Albisser sel., Puma Bossert, Pius Roos, Markus Odermatt und Sven Hirschi.
- Aufsteller in den 20 Jahren waren … – die vielen herzlichen Begegnungen in all den Lagern mit den vielen verschiedenen Kindern, die heute gestandene Erwachsene und auch gute Ringer*innen sind.
- Mein Lieblingsort im Lager … – mein Bett, weil die Lagertage oftmals soooo anstrengend sind.
- Am wenigsten gebraucht aus meinem Koffer … – ???.
- Am anstrengendsten waren … – manchmal die Verantwortlichen von Lagerhaus und/oder Sporthalle, wenn es um Reservationen/Reinigungen ging.
- Am meisten froh und dankbar bin ich … – dass wir nie einen schweren Unfall zu vermelden hatten.
- Am meisten stresst mich … – wenn vereinbarte Sachen nicht eingehalten werden oder nicht klappen.
- Ein grosses Zigi-Zagi verdienen … – die vielen frondienstlichen Helferinnen und Helfer, die sich in all den Jahren in unseren Lagern als Trainer in der Küche usw. engagiert haben.
- Star in Engelberg war … – Dominique Gysin, welche unserem Lager als Olympiasiegerin einen Besuch abstattete.
- Nach der Nachtruhe … – war jeweils nur Erholung angesagt!
- Ich wünsche mir … – dass das RCW-Lager noch eine lange Zukunft hat!
- Meine Eltern werden staunen, … – ???
- Zu Hause werde ich als Erstes … – all meine Unterlagen ordnen für die Übergabe an meinen Nachfolger.