RR Einsiedeln – RCW Lions 17:21 (9:9) – Best-of-three-Modus: 0:1

Die RCW Lions gewinnen den ersten Finalkampf auswärts in Rothenthurm gegen die RR Einsiedeln knapp mit 21:17. Vor einer tollen Kulisse mit knapp 1’400 Zuschauern zeigten die Grafenstädter eine tolle Mannschaftsleistung und liess sich nie vom Fahrplan abbringen. Nun können die Willisauer nächsten Samstag vor eigenem Publikum den Sack bereits zu machen.

Zeigte erneut eine sensationelle Leistung: Der Ufhuser Joel Marti bringt den Sieg im ersten Final nach Hause (Foto JB).

Wiederum war es eine gigantische Kulisse an diesem Abend: Die Verantwortlichen der RR Einsiedeln haben eine sensationelle Arena für diesen ersten Finalkampf hergerichtet und so einen grossen und lauten Hexenkessel generieren können. Im Vorfeld wurde ein enges Duell zwischen den beiden Innerschweizer Traditionsvereinen erwartet, dies bekamen die Zuschauer dann von Beginn weg zu sehen. Den Willisauer wurde rein gar nichts geschenkt und die RR Einsiedeln kämpfte beherzt, am Schluss behielt das Team von Rolf Scherrer kühlen Kopf. Joel Marti sorgte erst im letzten Duell für die Entscheidung.

Wiederum zähe erste Hälfte

Im ersten Kampf des Abends bis 57 kg, Freistil, startete Rashid Hotak gegen den favorisierten Stone Perlungher hervorragend und ging in Führung. In der zweiten Hälfte baute der Willisauer mehr und mehr ab und Perlungher baute seine Führung mehr und mehr aus. Es folgte gar die Höchststrafe und Hotak musste sich schultern lassen. Vom Fehlstart liess sich allerdings Delian Alishahi im Folgekampf nicht aus dem Konzept bringen. Er zeigte bis 130 kg, Greco, gegen den sehr erfahrenen Sven Neyer einen sehr wertvollen 3:0-Sieg. Dabei konnte er Neyer zwei Mal am Boden durchdrehen und zeigte eine sehr abgeklärte und mannschaftsdienliche Leistung. Spannend wurde es wie erwartet in der Kategorie bis 61 kg, Greco. Dort trafen die beiden Routiniers Timon Zeder und Jan Neyer aufeinander. Der Einsiedler ging durch einen Durchdreher in Führung, welchen den Willisauer kontern konnte. Zeder ging in der zweiten Halbzeit durch zwei Punkte am Boden in Führung und stand schon fast als Sieger fest. Bei einem letzten Angriffsversuch Neyers vier Sekunden vor Schluss erhielt de Willisauer eine äusserst unglückliche Verwarnung wegen Halten des Trikots und verlor diesen Kampf noch. Auch von diesem kleinen Dämpfer liessen sich die Lions nicht aus dem Konzept bringen und lieferten die Antwort postwendend. Samuel Scherrer zeigte gegen den ukrainischen Routinier Andrii Vyshar einen sensationellen Auftritt und dominierte den unbequemen Vyshar von Beginn weg. Scherrer sammelte Punkt um Punkt, bis die technische Überlegenheit durch 15 Punkte Differenz erreicht war. Der Willisauer Team-Captain liefert einmal mehr und bringt so seine Farben wieder mit 8:6 in Führung. Im letzten Duell vor der Pause gab es ein sehr attraktives Duell zwischen dem Ukrainer Illia Terzi und Lars Neyer. Dabei beeindruckte der Einsiedler mit seinen Aktionen beim Ausringen. Terzi punktete zwar auch, biss sich aber etwas die Zähne aus. Eine letzte, sehenswerte Aktion des Willisauers blieb punktelos und so ging dieses Duell mit 1:3 an Neyer. Damit stand es zur Pause ausgeglichen 9:9.

Stark und abgeklärt: Der Willisauer Delian Alishahi (blau) zeigte eine hervorragende taktische Leistung (Foto JB).

Top-Athleten liefern

Im ersten Duell nach der Pause bis 86 kg, Greco, gab es für die Willisauer wie erwartet nichts zu holen. Daniel Häfliger traf auf den internationalen Damian Von Euw, der mit herrlichen Vorbeireissern und Aushebern punktete. So war die technische Überlegenheit des Schwyzers schnell Tatsache. Bis 70 kg, Greco, war nun Michael Portmann gegen Kay Neyer gefordert. Nach eine etwas holprigen Start, wo Portmann einmal überrascht wurde, kam der Willisauer mehr und mehr in Fahrt und punktete mit seinen herrlichen Aushebern. Schliesslich gab es für «Michi» und die Lions einen wichtigen 4:1-Sieg nach technischer Überlegenheit. Bis 80 kg, Freistil, zeigte Mansur Mavlaev wieder einmal filigranstes Freistilringen vom Feinsten. Die herrlichen Angriffe über die Aussenseite waren wiederum eine Augenweide, der Willisauer fegte den unbequemen Routinier Andreas Burkard mit 15:0 von der Matte – es ist der 57. Sieg in Folge der Willisauer «Tausendsassa». Damit lagen die Willisauer zwei Duelle vor Schluss mit 17:14 in Front. Im vorletzten Duell erwarteten die Lions einen schwierigen Kampf zwischen Florian Bissig und dem noch ungeschlagenen Pavel Untila. Bissig war jedoch hervorragend eingestellt und liess kaum etwas zu. Der 21-jährige Spitzensportrekrut punktete gar selbst und zeigte in einem ganz starken Kampf eine hervorragende Leistung. Kurz vor Schluss konnte er mit einem weiteren Punktgewinn gar dafür sorgen, dass das Duell «nur» mit 1:2 verloren ging. Die knappe Niederlage war für die Gäste gefühlt wie ein Sieg. So durfte Joel Marti im letzten Duell bis 75 kg, Greco, nicht höher als 1:2 verlieren, um den Willisauern den Sieg im ersten Finale zu bescheren. Der Ufhuser in den Diensten der Willisauer schaltete aber gleich den Offensiv-Modus ein. Bei der ersten Bodenlage punktete Marti mit einem schönen Durchdreher. Die Stimmung in der Halle war kurz vor dem Siedepunkt angelangt, als Marti abgeklärt und abgebrüht den Sieg ins trockene brachte. Äusserst vorbildlich, wie Marti beherzt und mannschaftsdienlich fightet. Die Willisauer gewinnen also diesen ersten Finalkampf knapp mit 21:17 und haben nun bereits eine Hand am Meisterpott.

Es war zur Überraschung vieler ein Duell auf Augenhöhe: Willisaus Florian Bissig (blau) forderte dem moldawischen Top-Ringer Pavel Untila alles ab (Foto JB).

«Gewonnen ist noch gar nichts»

Nach dem Sieg liessen sich die Willisauer vom zahlreich mitgereisten Anhang feiern. Erneut war der Support der Willisauer Fans rund um Fan-Chef Simon «Schwändle» Meier beeindruckend. Als Choreo zeigten die Lions-Fans ein Transparent eines Löwen, der das Einsiedler Kloster überfällt, die Stimmung war sensationell. Nach diesem Sieg stehen die Vorzeichen sehr gut, dass die Willisauer bereits nächsten Samstag den 19. Meistertitel ins Trockenen bringen können. «Wir haben heute eine sensationelle Mannschaftsleistung gezeigt, gewonnen ist aber noch längst nichts», warnet Cheftrainer Rolf Scherrer.  «Sie haben uns das Leben heute richtig schwer gemacht, wir haben aber darauf meisterlich reagiert», fasst Stefan Reichmuth zusammen. Das Trainerteam rund um Scherrer, Bossert, Riesen und Reichmuth hatte die Athleten einmal mehr hervorragend unter der Woche eingestellt. Beeindruckend waren auch die Reaktionen nach kleinen Rückschlägen, die RCW Lions haben viel Charakter gezeigt. Mit einer erneuten Top-Leistung nächsten Samstag werden die Willisauer nichts mehr anbrennen wollen.

Kampf nachschauen: Finals Platz 1/2 – RR Einsiedeln vs. RC Willisau Lions, Swiss Wrestling Premium League | Swiss Wrestling TV

RR Einsiedeln – RCW Lions 17:21 (9:9)
SR Zimmermann – 1’400 Zuschauer

GewichtStilartRR EinsiedelnRC Willisau LionsEPSAMP
57 KGFPerlungher StoneHotak Abdul Rashid13:1SS4:0
61 KGGNeyer JanZeder Timon6:4PS2:1
65 KGFNeyer LarsTerzi Illia11:5PS3:1
70 KGGNeyer KayPortmann Michael2:17TU1:4
75 KGFUntila PavelBissig Florian7:4PS2:1
75 KGGWalker JanMarti Joel1:6PS1:3
80 KGFBurkard AndreasMavlaev Mansur0:16TU0:4
86 KGGvon Euw DamianHäfliger Daniel17:0TU4:0
97 KGFVyshar AndriiScherrer Samuel0:15TU0:4
130 KGGNeyer SvenAlishahi Delian0:6PS0:3