Der Willisauer Spitzenringer Samuel Scherre erreicht an der Aktiv WM in der kasachischen Hauptstadt Astana bis 92 kg, Freistil, nach vier Kämpfen den ehrvorragenden fünften Platz. Im Kampf um Bronze verlor er knapp gegen den Georgier Maisuradze.
Die anderen Schweizer Mansur Mavlaev (RCW Lions), Nino Leutert (RS Freiamt) und Thomas Epp (RR Schattdorf) schieden in ihren Kategorien aus.

Der 29-jährige Spitzensportler Samuel Scherrer war aufgrund der momentanen Weltrangliste (Rang 6) im Achtelfinale gesetzt. Dort traf er auf den Chinesen Sugela. Zuerst in Rückstand liegend, konnte der Willisauer mit einer sehenswerten Schleuder von Stand den Asiaten auf den Schultern fixieren und den Kampf frühzeitig mittels Schultersieg beenden.
Damit stand Scherrer bereits im Viertelfinale und traf dort auf den mehrfachen russischen Medaillengewinner Amanula Gadzhimagomedov. Auch in diesem Kampf lag Scherrer zuerst mit 0:2 zurück. Am Mattenrand konnte er wie schon im ersten Kampf mit einer Schleuder eine sensationelle Viererwertung erzielen. Damit lag der 29-jährige, der an der PH Luzern die Ausbildung zum Sekundarlehrer absolviert, wieder vorne. Der Russe konnte darauf wieder punkten und lag kurz vor Schluss mit 6:4 in Führung. Mit einem schnellen Angriff auf das Fussgelenk kam Scherrer dem Sieg sehr nahe. Der Osteuropäer konterte aber geschickt, auch die Challenge vom Schweizer Trainer Gergely Gyurits nützte nichts und Scherrer musste sich nach starkem Kampf mit 4:11 geschlagen geben.
Damit ging das Hoffen los: Erreicht der Russe den Final, darf der Willisauer am Sonntag in der Hoffnungsrunde nochmals antreten. Dies konnte Gadzhimagomedov souverän erreichen.
Damit stand Scherrer in der Hoffnungsrunde dem Moldawier Ion Demian gegenüber.
Bronze nur knapp verpasst
Am Sonntagnachmittag fand der Kampf in der Hoffnungsrunde dann statt. Scherrer lag auch in diesem Duell zurück, ehe er mittels schneller Angriffe mit 6:2 in Führung ging. Diese Führung rettete Scherrer erfolgreich und souverän über die Zeit. Damit stand der Willisauer Team-Captain im kleinen Finale und durfte am späteren Nachmittag um Bronze kämpfen.
Sein Gegner dort war kein unbekannter: Der Georgier Miriani Maisuradze. Gegen den Kaukasen hat Scherre schon öfters gekämpft, die Resultat waren immer knapp, gewinnen konnte der Schweizer aber noch nie. Gespannt verfolgten neben einigen mitgereisten Fans viele der Ringerfamilie den Bronzekampf per Live-Stream. Sie bekamen zu sehen, wie Scherrer wiederum in Rückstand geriet. Aus Erfahrung hat ein anfänglicher Rückstand bei «Sämi» aber noch nichts zu bedeuten. Der Georgier agierte sehr souverän und konnte seinen Vorsprung bis auf 6:0 ausbauen. Erst in den letzten 30 Sekunden gelang es auch dem Schweizer, erste Punkte am Mattenrand zu erzielen. Mit einem starken Endspurt kam Scherrer nochmals auf 3:6 heran, für mehr reichte es dann leider nicht mehr. Damit belegt Samuel Scherrer den hervorragenden fünften Rang in der sehr stark besetzten Kategorie bis 92 kg, dies bei insgesamt 23 Teilnehmern.
Herzliche Gratulation zu dieser tollen Leistung.
Die anderen Schweizer blieben leider ohne Chance. Der Willisauer Mansur Mavlaev musste sich im Achtelfinale bis 86 kg gegen den starken Kirgisen Shavaev auf die Schultern geschlagen geben und schied darauf aus. Auch der Urner Thomas Epp verlor bis 57 kg nach dem Startsieg gegen einen Ringer aus Angola und einer Niederlage gegen den starken Ringer aus Aserbaidschan und schied aus. Ähnlich erging es dem Freiämter Nino Leutert, der bis 65 kg gegen den starken indischen Ringer verlor und in der Folge ausschied.
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